Warum müssen Piercings vor der Operationen raus?

04.02.2020 10:06

Mit Deinen Piercings unterstreichst Du Deine Persönlichkeit, doch wenn ein medizinischer Eingriff nötig wird, ist es erforderlich, dass Du Deinen Schmuck komplett ablegst. Im OP-Saal ist für Eitelkeiten einfach kein Platz. Die Notwendigkeit, Deinen Schmuck zu entfernen, hat verschiedene Gründe und dient ausschließlich Deiner Sicherheit. Nahezu alle Ärzte verlangen, dass Du jedes einzelne Piercing am Körper unmittelbar vor der Operation herausnimmst, auch wenn sich der Schmuck nicht im unmittelbaren Operationsfeld befindet. In vielen Fällen ist es sogar notwendig, dass Du Deinen Schmuck bereits für vorbereitende Untersuchungen entfernst, z. B. wenn Röntgenaufnahmen, ein CT oder ein MRT angeordnet werden. Dies betrifft besonders Schmuck aus Metall, der elektrischen Strom leiten.

Bei Notoperationen wird auf Deine Piercings natürlich keine Rücksicht genommen. Steht Dein Leben auf dem Spiel, wird sich kein Arzt die Mühe machen, erst einmal all Deine Schmuckstücke zu entfernen, bevor er die lebensrettenden Maßnahmen durchführt.

Es geht um Deine Sicherheit

Während einer Operation werden Blutgefäße verletzt, die anschließend mit einem Kauter verödet werden, um den Blutfluss zu stoppen. Diese Methode ist auch bei kleinen, ambulant durchgeführten Operationen üblich. Der menschliche Körper besteht zum größten Teil aus Wasser und ist damit ein hervorragender Leiter. An den Hautstellen, an denen Du Deinen Piercingschmuck trägst, kann es so schnell zu Verbrennungen kommen, selbst wenn sich der Stecker oder der Ring vom Operationsfeld weit entfernt befindet. Jedes Piercing im und um den Mund herum müssen aus einem weiteren Grund entfernt werden. Selbst die einfachste Operation kann zu einem Notfall werden, wenn es zu Komplikationen kommt. In solch einer Situation muss schnell gehandelt werden, um lebensrettende Maßnahmen einzuleiten. Um Deine Atmung sicherzustellen, muss eventuell ein Tubus gelegt werden. Ein Piercing im Mundraum kann es erschweren, den Tubus richtig zu positionieren. Zudem können Verletzungen im Mundraum zu Blutungen führen. Bei Wiederbelebungsmaßnahmen muss viellericht sogar ein Defibrillator zum Einsatz kommen. Die Stromstöße können auch hier zu Verbrennungen an den Hautstellen, an denen Du Deinen Schmuck trägst, führen. Natürlich verlaufen die meisten Operationen unproblematisch, doch der Arzt muss jederzeit in der Lage sein, auf Veränderungen schnell zu reagieren.

Hygiene ist wichtig

Außerdem spielt in Praxen und Krankenhäusern die Hygiene eine große Rolle. Selbst wenn Du Deinen Schmuck intensiv pflegst, können sich am Stichkanal Bakterien bilden, die eine Entzündung begünstigen würden. In solch einem Fall müsste der Arzt dafür haften. Diese Verantwortung kann und wird kein Arzt übernehmen. Auch aus diesem Grund wird er von Dir fordern, dass Du Deinen Schmuck vor der OP herausnimmst.

Das ausführliche Vorgespräch

Bevor es zu einem operativen Eingriff kommt, hast Du mehrere vorbereitende Gespräche mit Deinem behandelnden Arzt. Mit ihm kannst Du besprechen, ob es wirklich erforderlich ist, auf alle Piercings während des Eingriffs zu verzichten. Schmuck aus PTFE, der auch häufig als Erstschmuck eingesetzt wird, leitet keinen Strom, da er aus Kunststoff besteht. In Einzelfällen kann dieser Schmuck auch während einer kleinen, ambulanten OP getragen werden, sofern die Stelle weit genug von Operationsfeld entfernt ist. Sprich das Thema an und frage, welcher Schmuck zwingend herausgenommen werden muss. Sei nicht enttäuscht, wenn er sich auf keine Kompromisse einlässt, denn er ist für Deine Sicherheit während des Eingriffs verantwortlich. Da gilt es, alle unnötigen Risiken auszuschließen.


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